Neuer Job

Nach den ganzen Querelen mit meinem – seit gestern – alten Arbeitgeber, habe ich ab 01. August einen neuen Job.

Dann nenn‘ ich mich Operator bei einem Global Player established in Germany….wenn man das mal so ausdrücken will! Ist eigentlich Produktionsmitarbeiterin in 3 Schichten. Mit der Eigenschaft, besser bezahlt zu sein.

Wer es nicht gelesen hatte, hier kurz zusammen gefasst: Streitfall war, dass ich nicht Lohn, sondern Gehalt gekommen habe und nachdem ich es nachgerechnet habe, feststellte, es war ein Trick meinen Lohn runterzurechnen. Per Anwalt konnte ich leider nichts erreichen. Unterschrift ist Unterschrift heißt es wohl dann vor Gericht (bezüglich Arbeitsvertrag in dem die Gehaltssumme ausgewiesen war), der Betriebsrat der Firma hat nicht den kleinen Finger gerührt.

Gestern habe ich beim Unterschreiben des Auflösungsvertrages noch eindringlich geäußert, dass sie doch bitte Mitarbeiter/innen bei der Neueinstellung auf die Gehaltszahlung hinweisen mögen. Gleich wurde klar: das haben die nicht vor! Das Wort Gehalt und die Gehaltssumme wird wohl auch beim Nächsten nicht fallen. Was für’ne Schweinerei!

Nun schreibe ich noch einen Leserbrief an die örtliche Zeitung. So geht das nämlich nicht. Es ist ein Trick, die Löhne runterzurechnen und es verhindert, dass der Bewerber oder Neumitarbeiter seine Vergütung nachrechnen kann.

Ärgerlich- neben dem Lohnbetrug –  ist, dass ich Kraft und Hoffnung investiert habe in eine Zukunft, die keine war. Hoffentlich erweist sich der neue Job als zukunftsträchtiger!

Offensichtlich ist die Praxis an Arbeiter, die üblicher Weise Lohn bekommen, Gehalt zu zahlen, eine Gängige (in NRW?). So bereits durch Unterhaltungen mit Bekannten/Freunden/Nachbarn in Erfahrung gebracht. Und noch merkwürdiger: Gewerkschaften haben dies wohl in der Vergangenheit mit Arbeitgebern so ausgehandelt. Ich meine: damals hat noch keiner von Arbeitsmarktreform gesprochen und darüber nachgedacht, dass so eine interne Aushandlung für Arbeitgeber sich als Chance zum Tricksen erweisen wird. Und das wird nun kräftig vollzogen. Und die Hände der Gewerkschaften liegen – mit sich und der Welt zufrieden – im Schoß. Die registrieren nämlich nicht, dass bei Neumitarbeitern, das Gehalt immer kleiner wird, aber mündlich der Stundenlohn, der schön klingt, genannt wird beim Einstellen.

Ich finde es ja so schwierig die Angelegenheit schriftlich so auszudrücken, dass dem Leser die Poblematik klar wird (wegen dem Leserbrief)…

Habt ihr das hier verstanden? Mich würde das mal interessieren, weil ich um eine Simplizität im Ausdruck für einen kurzen Leserbrief ringe….

Versäumen will ich hier aber auch nicht zu erwähnen, dass im Streitfall – mit einem Anwalt besprochen – es zentral um einen Umrechnungsfaktor ging. Der Faktor wird zum lohnbuchhalterischen Rechnen benutzt, um von Gehalt in Lohn umzurechnen. Ich bin der Meinung, dieser ist mathematisch ungenau. In einem Maße, dass sich eine erhebliche Differenz ergibt.

Zum Beispiel: Ich arbeitete für gleichen Stundenlohn in Tagschicht (bei einem früheren Arbeitgeber, der auch Stundenlohn abrechnete) und nun in 3 Schichten. Dabei kam die gleiche Summe raus. Obwohl ich ja nun für die Schichtarbeit um die 150 Euro Zuschläge bekam.

Eigentlich ein Fall für’s Gericht. Da müsste auch ein Mathematik-Sachverständiger her, der den Faktor untersucht.

Oder aber: es bleibt dabei! Arbeiter bekommen Lohn und Angestellte Gehalt. Da brauchts keinen Umrechnungsfaktor und ich hätte 150 Euro monatlich mehr in der Tasche gehabt.

Was mache ich nun in Sachen Leserbrief?

 

 

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6 Gedanken zu “Neuer Job

  1. Das klingt wirklich nach Arbeitnehmerausbeutung im großen Stil. Der Skandal dabei ist es nach meinem Empfinden, dass diese Art der Ausbeutung vom Staat anscheinend geduldet wird.

    Darf ich mal fragen, wie alt du bist? In jedem Fall wünsche ich dir bei deinem neuen Arbeitgeber mehr Glück und Wertschätzung.

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    1. Ich bin 50. Ja. Duldung. Damit hab ich es zu tun. Deswegen blieb mir nur ein neuer Job als Lösung. Ich ringe ja deswegen auch mit der Formulierung für einen Leserbrief, weil ich denke, die Mehrzahl der Leser sind Dulder. Irgendwie will ich durchdringen!!!

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      1. Dann sind wir ja ähnlich alt. 😉
        Umso toller, dass du so schnell wieder eine neue Anstellung gefunden hast. Das freut mich für dich. Hoffentlich weiß man dich und deine Arbeit dort mehr zu schätzen als in deiner alten Firma.
        Ja, mit Formulierungen ist das so eine Sache. An wen denkst du denn bei deinem Leserbrief als Zielgruppe? Danach würde ich die Formulierungen ausrichten.

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      2. Ja. Erstaunlich. Ich hätte sogar die Auswahl zwischen 2 Jobs. Ich hoffe, den gewählt zu haben, der meine Arbeit Wert schätzt und mich fair bezahlt. Die Ansicht mit der Zielgruppe lasse ich mir durch den Kopf gehen. Das ist ein guter Gesichtspunkt.

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      3. Beeindruckend. Ich wa rja mal kurz vor einem Umzug ins Bergische Land. Damals habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich dort deutlich mehr hätte verdienen können als in meiner Heimatstadt Hamburg. Gleichzeitig hätte ich in NRW deutlich günstiger wohnen können.

        Ich freue mich, wenn ich dir helfen konnte. 🙂

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